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FAQ in Zeiten von Corona

Corona stellt eine große Belastung für viele Familien dar. Hier geben wir Antworten auf aktuelle Fragen und verweisen auf weiterführende Links.

Bild von Sergey Semenov auf Pixabay

Wir bemühen uns, aktuelle Informationen zu den Entwicklungen und Auswirkungen von Corona auf Trennungsfamilien zusammenzufassen. Da die Situation sich auch kurzfristig ändern kann, ist uns dies nicht immer möglich. Wir laden Dich deshalb ein, die Informationen des Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und des Bundesfamilienministerium regelmäßig zu prüfen.

Die Coronakrise ändert nichts daran, dass minderjährige Kinder auf ihre Eltern angewiesen sind, um eine Persönlichkeit zu entwickeln. Der regelmäßige Umgang eines Kindes mit jedem Elternteil gehört deshalb in der Regel zum Wohl des Kindes. Das Kind hat daher ein Recht auf Umgang mit jedem Elternteil, das der andere Elternteil nicht ablehnen kann. Der Umgang kann in Ausnahmefällen für das Kind schädlich sein. Das beurteilt im Einzelfall das Familiengericht. Das Familiengericht kann den Umgang regeln, einschränken oder ausschließen, wenn dafür die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Empfehlung, soziale Kontakte möglichst zu vermeiden, bezieht sich nicht auf die Kernfamilie, auch wenn die Eltern nach einer Trennung in zwei getrennten Haushalten leben. Kinder sollen selbstverständlich auch weiterhin sozialen Kontakt zum anderen Elternteil behalten. Hinzu kommt: Gibt es eine Umgangsregelung oder eine gerichtliche Entscheidung zum Umgang, gilt sie trotz der Coronakrise weiter. Bei der Frage, wie man die persönliche Begegnung zwischen Eltern und Kind in Zeiten der Coronakrise am besten organisiert, dürfte eine Rolle spielen, wie das Kind zum anderen Elternteil gelangt und ob es auf dem Weg zu ihm mit weiteren Personen in Kontakt kommen würde bzw. wie sich das vermeiden ließe.

Befindet sich das Kind bei einem Elternteil und tritt vorübergehend ein Umstand ein, der dem Wechsel des Kindes zum anderen Elternteil entgegensteht, so muss darin im Einzelfall nicht zwangsläufig eine schuldhafte Verletzung der Umgangsregelung zu sehen sein. Ein Ordnungsgeld wegen Umgangsverweigerung kann dann nicht verhängt werden. Der Elternteil, der von der Umgangsregelung abweicht, muss aber in einem Ordnungsgeldverfahren darlegen, dass er die Zuwiderhandlung gegen die Vereinbarung nicht zu vertreten hat.

Das Umgangsrecht zielt vor allem auf die Ermöglichung einer persönlichen Begegnung. Ist eine persönliche Begegnung eines Elternteils mit dem Kind aber nicht möglich, kann es sich ggf. anbieten, verstärkt die Möglichkeit des Umgangs „auf Distanz“ zu nutzen. Telefon und Videoanrufe können dazu beitragen, dass der Kontakt zum anderen Elternteil in den kommenden Wochen aufrecht erhalten bleibt. Dasselbe gilt, wenn die Entfernung zwischen den elterlichen Haushalten womöglich bedingt durch die Auswirkungen des Virus schwer zu überwinden ist. Selbstverständlich sind diese Kommunikationsformen auch eine gute Möglichkeit, damit das Kind mit seinen Großeltern und anderen Bezugspersonen Kontakt halten kann.

Der Gesetzgeber verlangt zur Wahrnehmung des Umgangs keinen Nachweis eines Corona-Test. Unabhängig davon gilt natürlich, bei entsprechenden Symptomen einer Erkrankung umgehend einen Corona-Test durchzuführen und die anschließenden Auflagen zu befolgen.

  1. Unter Beachtung der üblichen Hygiene- und Abstandsregeln kann sich in folgenden Bundesländern aktuell ein anreisender Elternteil OHNE Kind beim Gastgeber aufhalten: Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen. Eine Übernachtung mit Kind ist in diesen genannten Bundesländern zunächst nur in einem Hotel möglich. Wir empfehlen, für alle Fälle eine Umgangsvereinbarung, Überweisungsbeleg bzgl. Unterhalt oder anderen Nachweis zum Eltern-Kind-Verhältnis als Beleg dafür mitzunehmen, dass es um Umgangswahrnehmung und nicht um Tourismus geht. Die Hotelkosten lassen sich reduzieren, wenn der Anreisende am Anreise-Tag für sich alleine unseren Gastgeber nutzt und erst die zweite Nacht für sich und sein Kind ein Hotel bucht. Wenn nun entgegen der bisherigen Umgangsregelung an den Umgangstagen das Kind aktuell nicht beim anreisenden Elternteil übernachtet, empfehlen wir, dies dem anderen Elternteil schriftlich und ausdrücklich auf diesen Monat der Corona-Einschränkungen bezogen mitzuteilen.
  2. Unter Beachtung der üblichen Hygiene- und Abstandsregeln kann sich in folgenden Bundesländern aktuell ein anreisender Elternteil zusammen MIT seinem bis 12 Jahre alten Kind beim Gastgeber aufhalten: Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen

Wir reservieren in jedem Fall den Gastgeber-Platz weiterhin. Das ist auch gut so, denn uns erreichen aktuell unglaublich viele Anfragen neu hinzukommender Eltern.

Diese Zeiten sind für uns alle, auch für unsere ehrenamtlichen Gastgeber mit Verunsicherungen und Einschränkungen verbunden. Sollte eine Übernachtung beim Gastgeber nicht stattfinden können, werden wir versuchen, in unserem Gastgeber-Netzwerk eine Alternative zu vermitteln. Melde Dich kurzfristig bei uns, falls dies für Deinen Gastgeber zutrifft.

In Absprache mit dem Gastgeber ist ein Aufenthalt in der Wohnung des Gastgebers in folgenden Bundesländern möglich: Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen.

Unsere Kinderzimmer auf Zeit in Kindergärten und Familienbildungsstätten haben weiterhin geöffnet. Spielplätze und Bolzplätze sind weiterhin zugänglich.

Der Gesetzgeber hat entschieden, dass der Umgang auch dann uneingeschränkt stattzufinden hat. Die Wohl­ver­hal­tens­pflicht § 1684 Abs. 2 BGB ge­bie­tet den El­tern u.a., dass beide Eltern verpflichtet sind, sich aktiv einzubringen, um dem Kind den Umgang auch unter den Wetterbedingungen eines Herbsttages im Corona-Monat November zu ermöglichen. Kinder sind im Kindergarten und Schule gewohnt, auch im Freien zu spielen. Der El­tern­teil, bei dem das Kind lebt, ist also grund­sätz­lich ver­pflich­tet, den Aufenthalt des Kin­des im Freien durch Mitgabe wettergerechter (Ersatz-)Kleidung und eines warmen Getränkes zu ermöglichen.

Ist das Kind einen festen Rhythmus des Mittagsschlafes gewohnt und kann die bisherige Umgangszeit nicht variiert werden, kann unter den besonderen Bedingungen der Pandemie auch eine Mitbeteiligung des beim Kind lebenden Elternteiles an den Kosten einer Hotelübernachtung eine Option sein.

Die Rechtsprechung spricht sich deutlich für ein Ordnungsgeld gegen einen den Umgang vereitelnden Elternteil aus.